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Interview mit Miyoko Hida

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Characters Culture Promotion Organization, Japan

21.04.2009
Miyoko Hida
Miyoko Hida
Frau Miyoko Hida ist Geschäftsführerin der “Characters Culture Promotion Organization”, einer Organisation, die sich für die Förderung der Lesekultur in japanischen Schulen und Gemeinden und für die regionale Kulturförderung einsetzt. Im Interview berichtet Frau Hida von dem „Gesetz zur Leseförderung bei Kindern“ und von Bildungsrichtlinien, die der Förderung von Sprachkompetenz in allen Fächern eine vorrangige Bedeutung zuordnen.
Frau Hida ist auch Geschäftsführerin der „Japan Publishing Industry Culture Organization“, der Kulturstiftung der japanischen Verlagsindustrie (JPIC).
Gibt es offizielle Ziele der Leseförderung in Ihrem Land?
Seitdem im Jahr 2001 das „Gesetz zur Leseförderung bei Kindern“ in Kraft trat, ist das Lesen in den verschiedenen Bildungseinrichtungen aktiv gefördert worden. Das Gesetz soll die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Kinder zu jeder Zeit und an jedem Ort lesen können. Das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie erließ die neuen Bildungsrichtlinien, um die Priorität der Förderung von Sprachkompetenz in allen Fächern zu betonen.

Ist die Leseförderung hauptsächlich ein Bestandteil des Unterrichts in der Erstsprache, oder gibt es spezifischen Unterricht zur Leseförderung in Ihrem Land?
Ein populäres Programm ist „Asa-Doku”, „Morgenlesung”, dass die ersten 10 bis 15 Minuten am Morgen dem Lesen vorbehält, obgleich dies nicht Bestandteil des offiziellen Lehrplans ist. Das Programm wird an 73% aller Grundschulen eingesetzt sowie an 73% der Sekundarschulen der Stufe I und an 39% der Schulen der Sekundarstufe II. Insgesamt nehmen 9,5 Millionen Schülerinnen und Schüler an 26 000 Schulen an diesem Programm teil.

Haben Sie Erfahrungen mit der Leseförderung für Kinder aus einkommensschwachen Familien? Welche Maßnahmen würden Sie empfehlen?
Wir haben keine Projekte durchgeführt, die sich speziell an Kinder aus einkommensschwachen Familien richten. Die Wirtschaftskrise trifft Japan jedoch hart und die ausländischen Arbeitnehmer aus Asien und Brasilien sind in besonderem Maße betroffen. Daher besteht Anlass zur Sorge, dass ihre Kinder hinsichtlich der Bildungschancen benachteiligt sind, und wir müssen Wege finden, diese Kinder mittels Leseförderung zu unterstützen.

Könnten Sie bitte kurz die Schwerpunkte Ihrer Organisation beschreiben?
Unsere Aktivitäten umfassen Lobbyarbeit für die von der Regierung herausgegebenen Richtlinien, die Förderung des Lesens bei Kindern durch verschiedene Programme, wie zum Beispiel “Kids’ Reading Summer Camp” (ein Sommerferienlager für Kinder), die Entwicklung von Trainingsprogrammen zur Förderung des Lesens sowie Aufklärung von Erwachsenen, zum Beispiel durch Symposien.

Welche Maßnahmen zur Leseförderung bei Schülern, die in Ihrem Land durchgeführt werden, halten Sie für besonders erfolgreich?
Außer „Asa-Doku” veranstalten wir „Book Start“ und das Autorenprogramm, in dessen Rahmen berühmte Autoren die Schulen besuchen und für einen Tag als Lehrer dort tätig sind, die „Stadt des Lesens“ und Buchmessen. All diesen Aktivitäten liegt das Gesetz zur Förderung des Lesens bei Kindern aus dem Jahr 2001 zugrunde sowie das im Jahr 2005 verabschiedete Gesetz zur Förderung der kulturellen Charakterbildung.

Interview: Andrea Steinbrecher, Stiftung Lesen

Übersetzung: Dr. Gwendolyn Schulte, DIPF

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schuster@dipf.de

 

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