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Interview mit Jean Williams

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Geschäftsführerin von Biblionef Südafrika

22.06.2009
Jean Williams
Jean Williams, Biblionef Südafrika
Die Leseförderung ist an den südafrikanischen Schulen meist Bestandteil des Sprach- und Literaturunterrichts. Im Idealfall wird das Lesen den Kindern in ihrer jeweiligen Muttersprache vermittelt und nach drei Jahren kommt Unterricht in englischer Sprache hinzu. Die mangelhafte Lesekompetenz afrikanischer Schüler ist ein großes Problem. Biblionef spendet Bücher für Kinder, die sich selbst keine Bücher kaufen können, stellt Mittel für den Druck von Büchern in afrikanischen Sprachen zur Verfügung, bereitet Bücher für sehbehinderte Kinder auf und akquiriert Spenden zur Finanzierung der Projekte.
1. Gibt es offizielle Ziele der Leseförderung in Ihrem Land?  
Ja, es gibt viele solcher Ziele. Gemäß dem Strategieplan des Bildungsministeriums 2007–2011, dem jüngsten Informationspapier des Ministeriums zu diesem Thema, sind die wesentlichen Ziele:

1.) Entwicklung von Strategien zur Leseförderung in Schulen, wie z.B. die nationale Lesestrategie
2.) Unterstützungsangebote für Lehrerinnen und Lehrer zur Verbesserung des Leseunterrichts an Schulen, zum Beispiel mit einem Lese-Arbeitskoffer
3.) Unterstützungsmaterialien für die Schülerinnen und Schüler, wie z.B. das 100-Geschichtenbücher-Projekt
4.) eine Bildungsstrategie, die es Kindern ermöglichen soll, mindestens bis zur 6. Klasse in ihrer Muttersprache zu lernen. Wenn die Lernenden eine andere Muttersprache als diejenige sprechen, in der in der 7. bis 12. Stufe unterrichtet wird, so sollen sie diese Unterrichtssprache bis zur 7. Klasse fließend beherrschen.

2. Ist die Leseförderung hauptsächlich ein Bestandteil des Unterrichts in der Erstsprache, oder gibt es spezifischen Unterricht zur Leseförderung in Ihrem Land?
Die Leseförderung ist an den südafrikanischen Schulen meist Bestandteil des Sprach- und Literaturunterrichts. Im Idealfall wird das Lesen den Kindern in ihrer jeweiligen Muttersprache vermittelt, und nach drei Jahren kommt Unterricht in englischer Sprache hinzu. Heute möchten jedoch viele Afrikaner, dass ihre Kinder ihre Schullaufbahn in der englischen Sprache beginnen, auch wenn Englisch nicht ihre Muttersprache ist. Sie denken, dass die englische Sprache ihren Kindern für die Zukunft bessere Arbeitsplatzchancen ermöglicht. Viele Kinder quälen sich während der ersten Schuljahre, da ihnen die notwendigen vorschulischen Voraussetzungen fehlen.

3. Haben Sie Erfahrungen mit der Leseförderung für Kinder aus einkommensschwachen Familien? Welche Maßnahmen würden Sie empfehlen?
Das Vermitteln von Lesekompetenzen in der Schule ist nach wie vor die beste Methode.

4. Könnten Sie bitte kurz die Schwerpunkte Ihrer Organisation beschreiben?
1.) Wir spenden Organisationen Bücher für Kinder, die sich selbst keine Bücher kaufen können.
2.) Wir stellen Mittel zum Druck von Büchern in den afrikanischen Sprachen zur Verfügung.
3.) Wir suchen nach Alternativen zur Aufbewahrung der Bücherspenden, wie etwa Stahltruhen oder Schiffscontainer, wenn sich unsere Empfänger keine Bücherregale leisten können und stellen Umschläge zur Verfügung, um die Lebensdauer der gespendeten Bücher zu erhöhen.
4.) Wir bereiten Bücher in Brailleschrift und im Großdruck für die sehbehinderten Kinder auf, die eine Sonderschule besuchen.
5.) Wir schreiben Anträge zur Spendenaquise, damit mögliche Stifter die oben genannten Aktivitäten finanzieren. 

5. Welche Maßnahmen zur Leseförderung bei Schülern, die in Ihrem Land durchgeführt werden, halten Sie für besonders erfolgreich?
Der Mangel an Lesekompetenz stellt in Südafrika ein großes Problem dar, dem nicht mit einer einzigen Methode oder mit einer Kombination von bestimmten Methoden begegnet werden kann. Die Lehrerinnen und Lehrer benötigen ein fundiertes Wissen über Lehrmethoden und müssen die Kinder, die sie betreuen, genau kennen, um abwägen zu können, welche Vorgehensweise die beste ist. Jede Methode oder jede Kombination von Methoden kann funktionieren, wenn die Lehrkräfte sich engagieren und sie effektiv einsetzen und wenn die Lernerfolge häufig evaluiert werden.

Interview: Wiebke Czybulka, Stiftung Lesen

Übersetzung: Dr. Gwendolyn Schulte, DIPF

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schuster@dipf.de

 

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