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Interview mit Dr. Helga Hofmann

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LeseForum Südtirol, Amt für Bibliotheken & Lesen

17.3.2009
Dr. Helga Hofmann
Dr. Helga Hofmann
In den Rahmenrichtlinien der Curricula für die Grund- und Mittelschulen Südtirols wird der besondere Stellenwert der Bibliothek als Lernraum hervorgehoben. Eine spezielle Ausbildung für Lehrkräfte trägt dazu bei, dass die Schulbibliothek und die Leseförderung ganz gezielt im Unterricht verankert werden. Für gemeinsame Projekte und für vernetztes Handeln bietet das LeseForum Südtirol eine offene Plattform für Institutionen und Einrichtungen, die sich im Bereich der Leseförderung engagieren. Landesweite Projekte mit vielseitigen Angeboten zum Lesen schätzt Frau Dr. Hofmann als besonders effektiv und nachhaltig ein.
Gibt es offizielle Bildungsziele für die Leseförderung in Ihrem Land?
Die Landesregierung hat mit einem Beschluss die Rahmenrichtlinien der Curricula für die Grund- und Mittelschule festgelegt. In diesen Richtlinien ist der besondere Stellenwert der Bibliothek als Lernraum verankert und das vielfältige Medienangebot sowie die zahlreichen Möglichkeiten, Bildungs- und Unterrichtstätigkeiten zu gestalten, werden hervorgehoben. Diese Richtlinien geben auch Auskunft darüber, welche Ziele die Schülerinnen und Schüler im Kompetenzbereich Lesen und Umgang mit Texten erreichen sollen.

Ist die Leseförderung hauptsächlich ein Bestandteil des Erstsprachenunterrichts, oder gibt es bei Ihnen spezifischen Unterricht zur Leseförderung?
Gemäß den Rahmenrichtlinien der Curricula für die Grund- und Mittelschule ist der Kompetenzbereich Lesen und Umgang mit Texten nicht nur Bestandteil des Erstsprachenunterrichts, sondern auch der Zweitsprache (Italienisch) und der ersten Fremdsprache (Englisch). Die Bemühungen gehen aber auch dahin, durch Ausbildung von Lehrkräften zu „Experten für die Schulbibliothek und die Leseförderung“ ganz gezielt die Leseförderung und die Schulbibliothek im Unterricht und in den Lehrplänen zu verankern. Zu diesem Zweck werden regelmäßig Lehrgänge für Lehrpersonen der Grundschulen, der Mittelschulen und der Oberschulen angeboten.

Haben Sie Erfahrungen mit der Leseförderung bei Kindern aus einkommensschwachen Familien? Was für Maßnahmen empfehlen Sie?
Wir haben kaum Erfahrungen mit der Leseförderung bei Kindern aus einkommensschwachen Familien. Schulen und Bibliotheken bieten zwar Projekte zur Leseförderung an, die sich an diese Zielgruppe richten, aber es gibt keine aussagekräftigen Evaluationsergebnisse. Mit dem Projekt zur frühkindlichen Leseförderung Bookstart – Babys lieben Bücher, das für die Eltern von Kleinkindern zwei Buchpakete bereit hält und seit 2007 75 Prozent der Eltern in Südtirol erreicht, hoffen wir, noch mehr einkommensschwache Familien für das Lesen zu gewinnen.

Könnten Sie bitte den Schwerpunkt der Aktivitäten Ihrer Organisation erläutern?
Das Amt für Bibliotheken und Lesen betreut das Südtiroler Bibliotheksnetz (ca. 250 Öffentliche Bibliotheken und 204 Schulbibliotheken). Der Service beinhaltet landesweite Maßnahmen zur Leseförderung (Autorenbegegnungen, Lesepreise, Jugendliteraturwettbewerbe, Großprojekte); Fortbildungsveranstaltungen zu aktuellen Themen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Bibliotheken sowie für Lehrpersonen, Lehrgänge für „Experten für die Schulbibliothek und Leseförderung“ (in Zusammenarbeit mit dem Pädagogischen Institut) sowie Lehrgänge und Seminarreihen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Öffentlichen Bibliotheken.

Welche Maßnahmen, die in Ihrem Land von Organisationen zur Förderung der Lesekompetenz durchgeführt werden, halten Sie für besonders effektiv?
Besonders nachhaltig sind landesweite Projekte wie z.B. der Lesefrühling 2007, ein Großprojekt zur Leseförderung mit einer Dauer von vier Monaten und einem vielseitigen Angebot an Initiativen zum Lesen. Beteiligt waren verschiedene Einrichtungen der Leseförderung sowie Schulen, Kindergärten, Bibliotheken, Jugendeinrichtungen, Museen, Seniorenvereine und die Medien.

Interview: Andrea Steibrecher

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schuster@dipf.de

 

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