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3 Jahre KMK-Erklärung "Medienbildung in der Schule" - Fachtagung der Kultusministerkonferenz am 28./29.09.2015

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Die Fachtagung „3 Jahre KMK-Erklärung Medienbildung in der Schule“ fand am 28./29. September 2015 in Berlin statt und diente der fachlichen Standortbestimmung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Medienbildung auf föderaler Ebene.

Vorträge und Dokumente der Tagung:

- Hauptvorträge
- Handlungsfeld 1: Lehr- und Bildungspläne
- Handlungsfeld 2: Lehrerbildung
- Handlungsfeld 3: Schulentwicklung
- Handlungsfeld 4: Ausstattung und technischer Support
- Handlungsfeld 5: Bildungsmedien
- Handlungsfeld 7: Außerschulische Kooperationspartner
- Handlungsfeld 8: Qualitätssicherung und Evaluation


Die Fachtagung stellte richtungsweisende Ansätze zur Stärkung der Medienbildung aus allen 16 Ländern vor und bot in den Workshops die Möglichkeit, den Ist-Stand der Medienbildung in den jeweiligen Handlungsfeldern zu diskutieren. Das Spektrum reichte von der gezielten Förderung von Medienbildung in der Grundschule, über die phasenübergreifende Entwicklung von Medienbildungskompetenz bei Lehrkräften bis hin zu organisatorischen Ansätzen, wie der nachhaltigen Einbeziehung privater Geräte in schulische Lehr- und Lernszenarien („Bring your own device“) und der gezielten Nutzung offener Bildungsmaterialien („Open Educational Resources“).

In der vernetzten, digitalisierten Welt sind pädagogische Handlungsräume und Nutzungsperspektiven eng von rechtlichen Setzungen abhängig. Deshalb richtete sich die Fachtagung erstmalig gezielt auch an die Vertreterinnen und Vertreter der Schulrechtsreferate in den Kultusministerien und Senatsverwaltungen der Länder. Ziel ist es, auf föderaler Ebene einen Fachdialog zwischen den Multiplikatoren der Medienbildung und den Schulrechtlern befördern, um grundlegende Fragen im Spannungsfeld von z. B. Datenschutz-, Wettbewerbs-, Lizenz- oder Urheberrecht gemeinsam und multiperspektivisch zu betrachten. Fragen der Passfähigkeit mit dem System Schule stehen im Mittelpunkt der Perspektive, für die die Länderkonferenz Medienbildung (LKM) und die dort zusammengeschlossenen Vertreterinnen und Vertreter der Landesinstitute stehen.

Vorträge und Dokumente

Hauptvorträge

Prof. Dr. Paul Bartsch, Landesinstitut für Schulqualität und Lehrerbildung Sachsen-Anhalt (LISA)
"Kompetenzorientierte Medienbildung als pädagogisches Konzept. Genese, Dimensionen und Erfordernisse"


Prof. Dr. Andreas Breiter, Universität Bremen/Institut für Informationsmanagement Bremen
"Steuerung im Bildungssystem im Kontext der Mediatisierung"


Dr. Lutz Hasse, Thüringer Landesbeauftragter für den Datenschutz und die Informationsfreiheit
"Datenschutz als Zukunftskompetenz für digitale Bildung"


Handlungsfeld 1: Lehr- und Bildungspläne

Medienbildung ist in den Lehr- und Bildungsplänen der Bundesländer durchgängig ausgewiesen - überwiegend in einem eigenen kompetenzorientierten Plan mit medienpädagogischen Dimensionen, die sich an dem Positionspapier der Länderkonferenz MedienBildung von 2008/2015 orientieren. Aktuelle Überarbeitungsprozesse der Lehr- und Bildungspläne in den Bundesländern integrieren die Dimensionen der Medienbildung zunehmend auch in die fachspezifischen Lehr- und Bildungspläne.

Einige Bundesländer haben bereits Instrumente (Medienpass, -führerschein, -kompass) zur Zertifizierung und Dokumentation erworbener Medienkompetenz und/oder von medienbezogenen Aktivitäten und Projekten - teils verpflichtend - eingeführt. Dieses Vorgehen unterstützt nachweislich die curriculare Verankerung der Medienbildung in den Schulen.

Dr. Peter Jaklin, Landesmedienzentrum Baden-Württemberg
"Basiscurriculum Medienbildung Orientierungsstufe"


Michael Retzlaff, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin/Brandenburg
"Basiscurriculum Medienbildung"


Handlungsfeld 2: Lehrerbildung

In allen drei Phasen der Lehrerbildung können über die Bundesländer hinweg Medienbildungsangebote identifiziert werden.

Für die erste Phase der Lehrerbildung gibt es in einigen Bundesländern verpflichtende Maßnahmen zur Medienbildung an den Universitäten - Freiwilligkeit ist in vielen Bundesländern aber nach wie vor die Regel, was der Kulturtechnik Medienbildung aber nicht gerecht wird.

Der zweiten Phase der Lehrerbildung kann im Vergleich zur ersten Phase in einigen Bundesländern etwas mehr Verbindlichkeit attestiert werden. Eine flächendeckende Verankerung in den Prüfungsordnungen sowie Medienbildung als gelebte Praxis in Fach- und Hauptseminaren steht aber auch hier zumeist noch aus.

Die Angebotspalette der Landesinstitute im Bereich der Lehrerfortbildung deckt im Hinblick auf die Förderung der Medienkompetenz und medienpädagogischen Kompetenz der Lehrkräfte die gesamte Breite der Medienbildung ab - vielfach bedürfte es aber zeitlich umfassender Fortbildungsmaßnahmen, um Lehrkräfte zu einem kompetenten und didaktisch reflektierten Umgang mit Medien zu befähigen.

Jens Lemke, Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein
"Fortbildung Online (Schleswig-Holstein)"


Horst Sulewski, Hessische Lehrkräfteakademie
"Phasenübergreifend Medienbildungskompetenz bei Lehrkräften entwickeln"

Handlungsfeld 3: Schulentwicklung

Die notwendige Konkretion der Lehr- und Bildungspläne auf der Ebene der einzelnen Schule in Form eines Medienbildungskonzeptes ist bereits vielfach erfolgt, weist aber oftmals noch nicht die notwendige Aktualität und Qualität - Abdeckung aller relevanten Bestandteile sowie Prozessbeteiligung aller Akteure - auf.

Diesbezüglich gilt es zum einen das Netz an bereits zentral unterstützten Referenzschulen mit guter Praxis auszubauen. Außerdem ist es wünschenswert, Schulentwicklungsprozesse mit dem Ziel der Erstellung von bzw. Fortschreibung von existierenden Medienbildungskonzepten seitens der Landesinstitute verstärkt zu begleiten. Existierende Handreichungen in einigen Bundesländern können hierbei als Orientierungsgrundlage dienen.

Die Länderkonferenz MedienBildung bemüht sich 2016 zudem um ein abgestimmtes Glossar zu zentralen Begriffen der Medienbildung, um Orientierung in der immer noch zu konstatierenden Bedeutungsvielfalt zu geben.

Gabriele Lonz, Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Wissenschaft und Kultur Rheinland-Pfalz
Andrea Müller-Goebel, Pädagogisches Landesinstitut
"10 Punkte Programm ‚Medienkompetenz macht Schule'"


Dr. Ursula Rumpf, Institut für Lehrerfortbildung, Lehrplanentwicklung und Medien Thüringen
"Medienbildung in der Grundschule – Konzeptentwicklung und praktische Umsetzung"

Handlungsfeld 4: Ausstattung und technischer Support

Die technische Ausstattung und der professionelle Support der IT-Infrastruktur als notwendige, aber nicht hinreichende Voraussetzung für die Medienbildung, ist nach wie vor bundesweit sehr heterogen.

Wichtige Ausstattungsfelder auf dem Weg zu einer zeitgemäßen digitalen Lern- und Arbeitsumgebung bleiben daher vielerorts im Bundesgebiet der schnelle Internetzugang im Unterrichtsraum, digitale Projektionsmöglichkeiten in allen Unterrichtsräumen und der Zugang zu einer sicheren und mit dem Datenschutz konformen Lern- und Kommunikationsplattform.

Im Zusammenhang mit der Vielfalt an Tabletprojekten sowie auch den BYOD-Projekten, welche die digitalen Endgeräte der Lernenden einbeziehen, müssen die Ministerien und Sachaufwandsträger die schulische IT-Infrastruktur konsequenter Maßen um ein schulisches WLAN erweitern. Dies erfordert große Investitionen in den nächsten Jahren, ist aber für das Lernen in 1-1-Ausstattung alternativlos.

Dr. Rainer Ballnus, Landesinstitut für Schule Bremen
"Landesweite Lernplattform in Bremen - Genese, Implementation, Diffusion"


Birgit Giering, Medienberatung Nordrhein-Westfalen
„BYOD“ und „LOGINEO“ (NRW)


Handlungsfeld 5: Bildungsmedien

Die Mediendistributionen erfolgt in allen Bundesländern neben dem körperlichen Verleih auch online. Der Großteil der Bundesländer bedient sich zudem der Angebote der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.

Die tatsächliche Nutzung der verfügbaren Bildungsmedien im schulischen wie auch im außerschulischen Bereich zeigt ein heterogenes Bild, so dass im Rahmen der Beratung und der Fortbildung die Potenziale der Bildungsmedien beim Lernen bewusster erlebbar gemacht werden sollten.

Die fundierte und gesteuerte Qualitätssicherung von OER-Produkten einschließlich deren Auffindbarkeit bleibt eine länderübergreifende Aufgabe in den nächsten Jahren.

Verbesserungsbedarf wird zudem bei der Bereitstellung von Autorentools im OER-Bereich gesehen. Hier fehlt es noch an Produkten, deren Inhalt geprüft und für den schulischen Einsatz für geeignet befunden worden sind.

Henry Freye, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin und Brandenburg
"Offene Bildungsmaterialien für Berlin"


Dr. Vera Haldenwang, ISB - Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung München
mebis - Projekt "Digitales Lernen Bayern"


Hendrik Berenbruch
„emuTUBE“ (Sachsen-Anhalt)


Handlungsfeld 7: Außerschulische Kooperationspartner

In allen Bundesländern wird mit außerschulischen medienpädagogischen Einrichtungen und Initiativen im Rahmen der schulischen Medienbildung zusammengearbeitet - es sind dies Bildungs- und Kultureinrichtungen sowie Institutionen aus dem Kinder- und Jugendmedienschutz.

Der schulischen Elternarbeit kommt in der Medienbildung ein besonderer Stellenwert zu. Hier zeigt sich jedoch, dass Schulen vielerorts noch keine ausreichenden Angebote machen oder die Eltern adäquat einbinden. Ein heterogenes Bild zeigt die Kooperation mit Institutionen aus dem Bereich des Datenschutzes auf. Hier bedürfte es vielfach noch einer engeren Zusammenarbeit der entsprechenden Institutionen.

Wünschenswert bleibt weiter auch die Einrichtung landesweiter Koordinierungsstellen in einigen Bundesländern einschließlich der Pflege von Datenbanken, in der sowohl Akteure der Medienbildung als auch Angebote zentral verwaltet werden.

Verena Heckmann, Ministerium für Bildung und Kultur Saarland
Matthias Günther, Niedersächsisches Kultusministerium
"Vernetzung von schulischen und außerschulischen Akteuren am Beispiel des Runden Tisches Medienbildung"


Robert Helbig, Sächsische Ausbildungs- und Erprobungskanäle (SAEK)
"Angebote der Ausbildungs- und Erprobungskanäle Sachsen"


Handlungsfeld 8: Qualitätssicherung und Evaluation

Im Feld der Qualitätssicherung und Evaluation zeigt sich ein äußerst heterogenes Bild über die Bundesländer hinweg.

Medienbildung findet nur vereinzelt als Bestandteil von schulischer Qualitätsentwicklung in der Schulbegleitung ausreichend Beachtung. Auch die externe und interne Evaluation hat Indikatoren, die Aussagen über den Stand der Medienbildung machen könnten, noch zu selten im Blick

Eine systematische Evaluation der Medienkompetenz und medienpädagogischen Kompetenz der Lehrkräfte findet aktuell noch in keinem Bundesland statt. Erste Ansätze und Entwicklungen sind jedoch vorhanden und sollten weiter ausgebaut werden.

Arthur Gottwald, Behörde für Schule und Berufsbildung
Ingo Kriebisch, Landesinstitut für Lehrerbildung und SE Hamburg
"Der Hamburger Medienpass"


Dr. Ulrike Möller, Institut für Qualitätsentwicklung Mecklenburg-Vorpommern
"Medien-Audit - Auf dem Weg zu Medienschule"


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christina.koenig@fwu.de

 

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