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„Foreningen !les“ ermutigt zum Lesen

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Nationale Lesekampagne in Norwegen

15.11.2010

Logo Foreningen !les
© Foreningen !les
Die landesweite Kampagne „Foreningen !les“ möchte die Menschen in Norwegen ermutigen, mehr Bücher zu lesen. „Foreningen !les“ wurde 1997 als Initiative ins Leben gerufen, die einerseits aus Mitgliedsbeiträgen finanziert wird und andererseits aus Beiträgen der beteiligten Organisationen. Darüber hinaus wird die Vereinigung finanziell von der Regierung unterstützt. „Foreningen !les“ basiert auf Erfahrungen vergleichbarer Initiativen in anderen Ländern wie etwa „Lësrørelsen“ in Schweden, Stiftung Lesen in Deutschland und „National Literacy Trust“ in England. Die Vereinigung arbeitet daran, jungen Menschen ein Bewusstsein für Literatur und Kenntnisse der Werke norwegischer und übersetzter Autorinnen und Autoren zu vermitteln. Dabei wird ein breites Spektrum an literarischen Werken in den Blick genommen. Die norwegische Nationalbibliothek, verschiedene Organisationen, Lehrer, Bibliothekare, Buchhändler, Autoren und Verlage bemühen sich gemeinsam darum, so viele Menschen wie möglich zum Lesen zu motivieren. Die Vereinigung führt diverse Projekte und Kampagnen durch, die verschiedene Zielgruppen und Lebensbereiche ansprechen.
„Leseåret 2010“ - Das Nationale Lesejahr 2010
Das Nationale Lesejahr 2010 ist eine Initiative des norwegischen Gewerkschaftsbundes (LO) und des norwegischen Bibliotheksverbandes. Gefördert vom Kultusministerium möchte die Initiative das Leseverhalten von Erwachsenen, die bislang nicht viel lesen, positiv beeinflussen. Gemeinsam mit anderen Organisationen, wie etwa dem norwegischen Schriftstellerverband, nimmt „Foreningen !les“ eine führende Rolle bei der Organisation des nationalen Lesejahres ein.

Im Rahmen des Lesejahres ist es eines der wesentlichen Ziele der Organisation „Foreningen !les“ und des Schriftstellerverbandes, Besuche von Bibliothekaren und Schriftstellern an unterschiedlichen Arbeitsplätzen und bei unterschiedlichen Berufsgruppen zu organisieren. Seit Mai 2010 haben zahlreiche Bibliothekare (Lese-Agenten) und Autoren die Menschen direkt am Arbeitsplatz aufgesucht, um während morgendlicher Sitzungen oder der Mittagspause über den Wert des Lesens zu referieren. Diese Aktivitäten werden während des gesamten Jahres fortgesetzt. Gleichzeitig bietet „Foreningen !les“ Besuche der Lese-Agenten für Eltern in Kindergärten und Grundschulen an, um über das Projekt „Väter lesen vor“ zu informieren. Weitere Informationen über dieses Projekt finden Sie unten.

In der ersten Novemberwoche 2010 hat „Foreningen !les“ in Kooperation mit dem norwegischen Gewerkschaftsbund und der Nationalbibliothek eine Bücherstation angeboten, über die Angestellte Bücher abgeben, ausleihen oder tauschen konnten. Darüber hinaus wurden Buchpakete bereitgestellt, die den jeweiligen Firmen als Ausgangsbasis für eine eigene Hausbücherei dienten. In der 44. Kalenderwoche wurde die Kampagne mit einer Großveranstaltung am Flughafen Gadermoen abgeschlossen.

„tXt“ für Jugendliche von 13 bis 16 Jahren
tXt wurde 1997 initiiert: es handelt sich um die größte und älteste Leseförderkampagne für norwegische Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren. Unter Beteiligung von „Foreningen !les“ wird die Kampagne bis heute vom norwegischen Zentrum für Kunst und kulturelle Bildung gefördert. Von August bis Dezember werden jährlich Schülerinnen und Schüler an Mittelschulen in ganz Norwegen dazu angeregt, eine positive Einstellung zum Lesen zu entwickeln. Die Lehrkräfte und Schüler erhalten jeweils Taschenbücher mit einer breiten Auswahl an Auszügen aus Büchern für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (aus Romanen, Kurzgeschichten, Lyrik, Comics, Sachbüchern, Theaterstücken etc.). Dabei werden die Auszüge aus zeitgenössischen Werken norwegischer Autorinnen und Autoren sowie aus übersetzter Literatur gewählt. Das Buch soll als Ergänzung zur klassischen Schullektüre dienen und den Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die gegenwärtige Publikationsvielfalt verschaffen. Die Kampagne stellt keinerlei Anforderungen: der Grundgedanke ist, dass die Schülerinnen und Schüler das Buch frei nutzen und darin lesen, wann immer sie möchten. Auf das Buch folgt ein Film, der den Ausgangspunkt für einen Wettbewerb bildet, an dem sich die Schülerinnen und Schüler entweder einzeln oder klassenweise mit ihren Einsendungen beteiligen können. Als Ausgleich dafür, dass sie die jeweiligen Materialien kostenlos erhalten, werden die Lehrkräfte gebeten, zum Ende der Kampagne einen Fragebogen auszufüllen.

„Rein tekst“ für Jugendliche von 16 und 19 Jahren
Diese Kampagne baut auf den gleichen Prinzipien und Methoden wie „tXt“ auf, mit dem Unterschied, dass „Rein tekst“ sich an die Zielgruppe der älteren Schülerinnen und Schüler richtet. Das Taschenbuch enthält in diesem Fall daher Kurzdarstellungen von Publikationen, die erfahrenere Leserinnen und Leser ansprechen sollen. Dabei wird die gleiche Vielfalt an Genres abgedeckt wie in der oben ausgeführten tXt-Kampagne. Im nationalen Lesejahr 2010 richtet sich „Rein tekst“ erstmals auch an Arbeitsstätten. Daher sind im Taschenbuch auch Interviews mit Fachkräftten aus den verschiedenen Berufssparten abgedruckt. Darüber hinaus laufen Anfragen an Firmen bezüglich ihrer Beteiligung

„NM i poesi slam“ - Dichterwettstreit
Der Dichterwettstreit „NM i poesi slam“ verbindet Lyrik, Hip-Hop-, Theater, Sport und darstellende Kunst miteinander. Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auf der Grundlage ihrer Songtexte und ihrer Darstellungskünste bewertet. Im Rahmen von Literaturfestivals in ganz Norwegen finden Vorauswahlen statt. Die Meisterin oder der Meister des „Poetry Slam“ wird am Ende eines spannenden Finales im Literaturhaus Oslo jedes Jahr im November ermittelt.

„Idrett og lesing“ Sport und Lesen
Das Projekt „Sport und Lesen“ lief über drei Jahre. Unter Federführung von „Foreningen !les“ und finanziert von der heutigen Nationalbibliothek sowie dem Rat für Künste, sollte Literatur in die Sportstätten vermittelt werden. Damit sollten die Athleten der verschiedenen Sportdisziplinen (Breitensport, Spitzensport) angesprochen werden. Als Schlüsselfiguren fungierten dabei die Bibliothekare in den Umkleideräumen. Ausgestattet mit Büchertaschen von „Foreningen !les“, besuchten sie die Clubs und Teams vor oder nach den Trainingseinheiten oder Wettkämpfen, um in den Umkleiden kleine Büchereien einzurichten und über verschiedene Bücher zu informieren. „Foreningen !les“ kooperierte auch mit verschiedenen Sportverbänden und dem norwegischen Schriftstellerverband, um den Teams und Clubs Besuche von Topathleten und Autoren mit einem Interesse an Sport zu vermitteln. Anlässlich der Olympischen Spiele in Peking (China) im Jahr 2008 belieferte „Foreningen !les“ die Athleten mit Büchertaschen. Während der Spiele nutzten die Athletinnen und Athleten die Bücher zur Entspannung in ihren Wettkampfpausen.

„Les for meg, pappa!“ - Papa, lies mir etwas vor!
Das Projekt „Papa, lies mir etwas vor“ wird von „Foreningen !les“ unter Finanzierung der Nationalbibliothek Norwegen über einen Zeitraum von drei Jahren angeboten. Das Projekt wurde 2009 ins Leben gerufen: jedes Jahr ist der Fokus ein anderer. Im ersten Jahr besuchte „Foreningen !les“ die Elterntreffen in Kindergärten und Grundschulen. In den Jahren 2010 und 2011 liegen die Schwerpunkte der Aktivitäten auf den Arbeitsplätzen und Freizeitstätten (wie etwa Sportzentren). Das Projekt verfolgt einen ähnlichen Ansatz wie „Sport und Lesen“: auch hier nehmen die Bibliothekare eine Schlüsselrolle ein. Diese „Lese-Agenten“ treffen die Eltern (Väter) in unterschiedlichen Lebensräumen, um mit ihnen über die Bedeutung des Vorlesens zu reden und sie dazu anzuregen, ihren Kindern ein (Lese)vorbild zu sein. „Foreningen !les“ hat ein Taschenbuch zusammengestellt, das Auszüge aus Büchern enthält, die entweder zum Vorlesen oder für die Väter zum Lesen geeignet sind. Informationsbroschüren und Lesetipps sowie Poster sind im Rahmen dieses Projektes ebenfalls erhältlich.

„UPrisen“ - Jugendliteraturpreis
Der Jugendliteraturpreis ist eine Auszeichnung, die von Jugendlichen für das beste Jugendbuch des Jahres verliehen wird. Jährlich werden neun Klassen von Mittelschulen ausgewählt, die sich um die Teilnahme an der Jury zum Jugendliteraturpreis beworben haben. Im Verlauf der Entscheidung lesen die Jugendlichen fünf Bücher, die von jungen Leuten positiv rezensiert wurden. Während einer Sitzung in Oslo debattieren die Jugendlichen dann über die Bücher, die von den jeweiligen Klassen als „Sieger“ vorgeschlagen wurden. Die Preisverleihung findet jedes Jahr im Mai im Rahmen des norwegischen Literaturfestivals in Lillehammer statt. Das wesentliche Ziel des Jugendliteraturpreises ist es, den Jugendlichen eine positive Leseerfahrung zu vermitteln. Damit soll ein lebenslanges, aktives Interesse an Literatur geweckt werden. Die jungen Leser sollen dabei dazu angeregt werden, ihre eigene Meinung, Sichtweise und Kritikfähigkeit zu entwickeln. Darüber hinaus soll auf die auf dem Markt verfügbare Jugendliteratur aufmerksam gemacht werden - aus der Perspektive der jungen Leute, der Lehrerinnen und Lehrer und der Bibliothekare wird das Genre beleuchtet.

„Ungdommens kritikerpris“ - Jugend-Kritikerpreis
Der Jugend-Kritikerpreis ist eine Auszeichnung im Sinne des französischen „Prix Goncourt des Lycéens“. Damit sollen junge Menschen als Leser der norwegischen Gegenwartsliteratur anerkannt werden – die Erfahrung bestätigt, dass die Auszeichnung bei den jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein dauerhaftes Interesse am Lesen hervorruft. Neun Schulklassen aus verschiedenen Fachrichtungen der Sekundarschule werden als Vertreter in die Jury entsandt. Die Klassen lesen acht Romane, die im laufenden Jahr publiziert wurden, und sie haben etwa drei Monate Zeit, sich für ein Werk zu entscheiden, das sie hinter verschlossen Türen in Oslo im Vorfeld der Preisverleihung verteidigen möchten. Die norwegische Kritikervereinigung trifft die Auswahl der Bücher und die jungen Kritiker werden von professionellen Rezensenten unterstützt. Exemplare des ausgezeichneten Titel werden an 300 Büchereien in ganz Norwegen verteilt.

Projekt zur Übersetzung
„Lost in Translation“ war ein Projekt von „Foreningen !les“, in dessen Rahmen Schulklassen von norwegischen Autoren besucht wurden. Des Weiteren wurden Bücher in den Muttersprachen der jeweiligen Schülerinnen und Schüler vorgestellt (Urdu, Arabisch und Somali). „Foreningen !les“ organisierte Workshops für bilinguale Schülerinnen und Schüler, in deren Rahmen sie darüber diskutierten, was ihre Freude am Lesen beeinträchtigte und wie diese Hindernisse überwunden werden könnten. Die Hinweise der Schülerinnen und Schüler wurden zur Erstellung von Leitlinien für Lehrer und andere Interessierte genutzt.

Neben den oben erwähnten Projekten plant „Foreningen !les“ gegenwärtig Projekte und Aktivitäten zum Lernen in der Familie, für Migrantinnen und Migranten und für multikulturelle und bilinguale Norwegerinnen und Norweger.

Kontakt:
Foreningen !les - The Association Read
Oevre Vollgate 15
0158 OSLO
Norway
Phone: +47 22 400 600
E-mail: les@foreningenles.no
Internet: www.foreningenles.no

Aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt von Dr. Gwendolyn Schulte, DIPF.

Siehe auch: Leseförderung in Norwegen

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